Neuigkeiten

Freitag, 22.02.2013 (Kommentare: 0)

Petitionsausschuss und Schiedsstelle haben ihre Ergebnisse veröffentlicht.

Nach drei Jahren hat der Petitionsausschuss als Empfehlung an die Bundesregierung gegeben, dass sich das Bundesgesundheits- und das Bundesfinanzministerium mit der Frage der Haftpflichtregelungen insbesondere für freiberuflich tätige Hebammen beschäftigen sollen. Das ist enttäuschend! Die Zeit drängt. Der Politik muss klar sein, dass die nächste Steigerung der Haftpflichtversicherung für 2014 mit weiteren 15-20 Prozent ansteht.

 

Das werden die Hebammen nicht stemmen können! Und damit geht die Wahlfreiheit des Geburtsortes und eine individuelle Begleitung durch Schwangerschaft und Geburt weiter verloren.

 

Zum Thema der Hebammengebühren hat die Schiedsstelle sich für 12 Prozent Erhöhung aller Vergütungspositionen ausgesprochen. Das ist keineswegs zum Jubeln: 2,77 Euro mehr für eine Vorsorgeuntersuchung, 29,37 Euro mehr für eine dreizehnstündige Geburtsbegleitung in der Klinik und 0,07 Euro mehr Wegegeld pro Kilometer. Für den Wochenbettbesuch werden es 15 Prozent, 4,20 Euro sein. Die detailierte Auflistung der Vergütungspositionen finden sie am Ende dieses Artikels als pdf-Datei zum herunterladen. Eine weitere Erhöhung um fünf Prozent wird es geben, wenn die Verhandlungen über notwendige Vertragsänderungen abgeschlossen sind. Es geht um  die Überführung  der gesetzlichen Definition der Hebammenhilfe aus der Reichsversicherungsordnung (RVO) in das SGB 5. Die Anpassungen sollen bis zum 1. Januar 2015 abgeschlossen sein.

 

Die Hebammenverbände haben mit Enttäuschung die Entscheidung der Krankenkassenvertreter und der Unparteiischen der Schiedsstelle akzeptiert. Die Alternative einer Klage vor dem Sozialgericht kam nicht in Frage, denn sie hätte den Hebammen über Jahre keine Erhöhung gebracht.

 

So wird der Anstieg der Betriebskosten bei Energie, Miete und Benzin wieder nicht angemessen ausgeglichen.

 

Völlig unberücksichtigt bleiben sogar die wichtigen und zeitaufwendigen psychosozialen Leistungen, wie zum Beispiel die Betreuung bei Depressionen vor und nach der Geburt, die bei 10-15 Prozent aller Mütter auftreten.

 

Bleibt der Ausblick auf den 18. März 2013, an dem die interministeriell besetzte Arbeitsgruppe, die aus dem „Bürgerdialog“ hervorgegangen ist, tagen wird. Wir werden diese Plattform nutzen, um die strukturellen Probleme bei Haftpflicht, Datenlage und den Qualitätsverlusten in der Geburtshilfe, zum Beispiel die steigende Kaiserschnittrate, weiter zu bearbeiten. Für den Wahlkampf müssen konkrete Forderungen an die Politik formuliert werden.

 

Zum Thema steigende Kaiserschnittrate klärt unsere Initiative Hebammen für Deutschland im Rahmen einer Kampagne über Gründe, Risiken und Alternativen auf.

Sehen Sie dazu den Film „Face of Birth“, der von uns als europaweite Premiere in folgenden Städten gezeigt wird:

  • Köln: 8. März um 19:30 Uhr im Atelier Colonia in Ehrenfeld, Körnerstr. 37, in Kooperation mit dem „Kölner Geburtstag“, um eine Spende wird gebeten.
  • Bonn: 10. März um 13 Uhr in der Neuen Filmbühne Beuel, Friedrich-Breuer-Str. 67-70. Hier kostet der Eintritt 5 Euro zur Finanzierung von Lizenzkosten sowie Miete des Kinos.

Weitere Informationen zu dem Film finden sie in unserem Beitrag Filmpremiere "Face of Birth"


Zurück