Neuigkeiten

02/06/2017

Ausgezeichnet: das Hebammenwesen

im bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.

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Freitag, 04.12.2015 (Kommentare: 0)

Der Schiedsspruch wurde veröffentlicht -

Es sit nicht egal, wie wir geboren werden - für eine normale Geburt!

Jetzt ist der durch die Schiedsstelle festgesetzte Vertrag seit 12.11. bindend für alle Hebammen!
Das bedeutet für die Berufsausübung der Hebammen:

  • Die Ausschlusskriterien bei Geburten im häuslichen Umfeld müssen berücksichtigt werden.
  • Das Qualitätsmanagement muss angewendet werden.
  • Die Abrechnung erfolgt jetzt nach dem neuen Modell.
Der DHV hat klar Stellung bezogen: "Wir werden die Beschlüsse so nicht hinnehmen und dagegen vor dem Sozialgericht Berlin klagen."

Bis eine gerichtliche Entscheidung oder eine vorübergehende Aufhebung vorliegen, gelten jedoch die Beschlüsse der Schiedsstelle.

Ausschlusskriterien bei Geburten im häuslichen Umfeld:
Die Schiedsstelle hat beschlossen, Ausschlusskriterien für Geburten im häuslichen Umfeld einzuführen.
Sie unterscheidet zwischen relativen und absoluten Auschlusskriterien.
Für die Hausgeburt gilt u. a., dass bei relativen Ausschlusskriterien, wie z:B. ET+3, durch ein fachärztliches Konsil bestätigt werden muss, dass die Schwangerschaft physiologisch ist und keine Risiken vorhanden sind. Dazu reicht er Eintrag in den Mutterpass. In der gemeinsamen Entscheidung von Facharzt und Hebamme kann trotz relativer Ausschlusskriterien über eine Haugeburt beraten werden.
Bei absoluten Ausschlusskriterien ist unabhängig vom Befinden der Mutter und der gemeinsamen Einschätzung mit ihrer Hebamme eine Geburt zuhause regelwidrig.
Die Hebamme kann zukünftig ihre geburtshilflichen Leistungen nur noch dann abrechnen, wenn keinerlei Ausschlusskriterien vorliegen.

Ein Beispiel:
In der PM des DHV heißt es: "Der Facharzt führt eine, seinem ärztlichen Ermessen entsprechende, Untersuchung durch. Dies kann eine reguläre Schwangerenvorsorge sein. Diese dokumentiert er im Mutterpass.  Wenn keine Arztpraxis geöffnet hat – so die Interpretation des GKV-SV – kann die Frau eine Klinik aufsuchen. Auch hier ist es ausreichend, wenn sie die Untersuchungen und ggf. erhobene Befunde im Mutterpass dokumentiert. Eine mündliche Aussage ist nicht ausreichend für einen Nachweis zur Einhaltung der Ausschlusskriterien. Eine Abrechnung mit den Krankenkassen darf nicht erfolgen, wenn kein Nachweis besteht.
Die Festsetzung von Ausschlusskriterien müsste eigentlich gleichbedeutend mit dem der Hebamme erlaubten Tätigkeitsrahmen gleich sein. Durch die aus unserer Sicht willkürliche und unwissenschaftliche Festlegung dieser vertraglichen Kriterien entsteht die Situation, dass es Geburten gibt, die eine Hebamme zwar leiten, aber nicht mit der Krankenkasse abrechnen darf. Dies werden IGeL-Leistungen sein müssen. Die Frau muss also selbst bezahlen."

Dabei wird  die nächste empörende Haltung der Krankenkassen deutlich: Die Patientenrechte werden mit keinem Wort erwähnt und sogar eine festgeschriebene Kassenleistung, nämlich die Bezahlung der Geburt, wird damit in Frage gestellt.

Der Verein Hebammen für Deutschland e.V. unterstützt den Entschluss der Klage gegen den Schiedsspruch ausdrücklich.

Betroffene Frauen können als Leistungsempfängerinnen gegenüber ihrer Krankenkasse klagen. Ein Beispiel: Wer sein Kind auch nach „ET+3“ zu Hause bekommen möchte, muss einen Leistungsantrag bei der Krankenkasse stellen. Will die Kasse für die Hausgeburt nicht zahlen, kann die Mutter gegen den Ablehnungsbescheid vor Gericht ziehen: Innerhalb des Gerichtsverfahrens müsste dann der komplette Schiedsspruch auf den Prüfstand kommen.

Klagewillige Eltern können sich an die „Kanzlei am Ruhrpark“ in Oberhausen wenden, hier gibt es ein Kontaktformular. Das Rechtsanwalts-Ehepaar Etzbach kennt sich mit Thematik aus und unterstützt seit Jahren Hebammen und Eltern bei Rechtsangelegenheiten zum Thema Geburtshilfe.

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