Was kostet eine Geburt?

Klinikgeburt

Es gibt keine bundesweit einheitlichen Preise. Die folgenden Preisangaben beziehen sich beispielhaft auf Rheinland Pfalz. Insbesondere in den neuen Bundesländern können sie bis 10% darunter liegen. Besonders komplizierte und teure Fälle werden hier nicht mit angegeben. Kliniken erhalten zusätzlich Investitionskosten für Aufbau und Erhalt der Infrastruktur.
Die Geburten werden abhängig von Komplikationen und Eingriffen unterschiedlich bewertet. Eine vaginale Geburt kostet in einer Klinik mit angestellten Hebammen: 1.594 – 2.146 Euro. Darin enthalten sind durchschnittlich 3 - 5 Tage Aufenthalt nach der Geburt. Hinzu kommt der Preis für das Neugeborene von 811 Euro für ein gesundes Neugeborenes mit einem Gewicht über 2.500 g. Nur ca. 65% der Neugeborenen werden über diesen Preis abgerechnet. Nach Abzug von ca. 10% Frühgeburten verbleiben 25% der Neugeborenen für die Preise zwischen 1.990 und 5.506 Euro bei einem Gewicht über 2.500 g und 5.884 bis 11.266 Euro bei einem Gewicht zwischen 2.000 g und 2.499 g berechnet werden.
Inzwischen über 30% der Geburten werden per Kaiserschnitt durchgeführt. Hier gibt es regional erhebliche Unterschiede. Medizinisch begründet ist in Industrienationen eine der Kaiserschnitte- rate von 15% (WHO). Ein Kaiserschnitt kostet zwischen 2.505 und 5.366 Euro. Auch hier ist zusätzlich das o.g. Entgelt für die Betreuung der Neugeborenen zu zahlen. Bei Kliniken, die mit Beleghebammen arbeiten liegt, das Entgelt, das die Klinik für die Geburt erhält, bei folgenden Sätzen: Vaginale Geburt: 1.272 - 1.790 Euro Kaiserschnitt: 2.371 - 4.992 Euro Neugeborene: gleiche Pauschalen wie im Angestelltensystem kommen hinzu. Die Kliniken sparen die Personalkosten der Hebammen ein, Krankenkassen zahlen die Hebammenleistungen an die Hebamme. Der durchschnittliche Preis für eine Geburt in der Klinik ist ebenso wenig bekannt, wie die Ausgaben, die insgesamt für die Betreuung von Müttern und Kindern im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ausgegeben werden.

Vergütungen der Hebammenleistungen

Hebammenleistungen werden teils als Pauschalen, teils als Einzelleistungsvergütung bezahlt. Für einige Leistungen gibt es einen Zuschlag bei Nacht von 20%. Für Wege wird ein km-Geld gezahlt. Hebammen erhalten keine zusätzlichen Investitionszuschüsse für Aufbau und Erhalt der Infrastruktur.
Mit der Geburtspauschale ist die Zeit von acht Stunden vor der Geburt bis drei Stunden nach der Geburt abgegolten. Ein zusätzliches Stundenhonorar von 30 Euro wird für Stunden gezahlt die vor der Geburt darüber hinaus anfallen. Für die Erstuntersuchung des Kindes erhält die Hebamme 7,65 Euro. Darüber hinaus fallen für die Betreuung des Kindes keine weiteren Gebühren an.
Für eine Beleggeburt erhält die Hebamme 237,85 Euro. Hinzu kommen für jeweils einen Besuch am Tag nach der Geburt 13 Euro. Für drei bis fünf Tage ergibt dies 39 - 65 Euro.
Für eine Hausgeburt erhält die Hebamme 548,80 Euro. Hinzu kommen 27,00 Euro für jeweils einen Besuch am Tag nach der Geburt. Für drei bis fünf Tage ergibt dies 81 - 135 Euro. Für eine 2. Hebamme können bis zu 164,80 Euro anfallen.
Für eine Geburt im Geburtshauserhält die Hebamme 467,20 Euro. Hinzu kommen 27,00 Euro für jeweils einen Besuch am Tag nach der Geburt. Für drei bis fünf Tage ergibt dies 81 - 135 Euro. Für eine 2. Hebamme können bis zu 164,80 anfallen. Der Träger des Geburtshauses erhält 550 Euro für Betriebskosten. Geburtshäuser erhalten keine zusätzlichen Investitionszuschüsse für Aufbau und Erhalt der Infrastruktur.
Ca. 15% der außerklinisch begonnenen Geburten werden in die Klinik verlegt. Für diese fallen sowohl die Kosten von außerklinischer als auch der darauf folgenden klinischen Betreuung an. 2,2% der Kinder werden innerhalb der ersten 7 Tage in eine Klinik verlegt. Für diese fallen zusätzlich o. g. Kosten für Neugeborene in der Klinik an.

Vergleichbarkeit der Kosten für Klinik, Hausgeburt, Geburtshaus

Zur Ermittlung der Kosten nach Geburtsort müssten folgende Kosten in die Kalkulation einbezogen werden:
DRG der Klinik für Mutter und Neugeborenes, Transport der Mutter zur Geburt, Transport des Neugeborenen, Hebammengebühren, Wegegeld der Hebamme, Ärztliche Kosten bei Belegärztlichen Abteilungen/Notarzteinsatz/Konsultation, Haushaltshilfe, Folgekosten z.B. durch Wiederaufnahme, Investitionskosten zum Aufbau/Erhalt der Infrastruktur.

Ein echter Kostenvergleich zwischen den Geburtsorten ist ohne Daten zur Häufigkeit, bestimm- ten Umstände und der Gesamtkosten nicht möglich. Eine Risikoadjustierung ist obligatorisch.
Quelle: Deutscher Hebammenverband e.V. Oktober 2010